Kinofinder

Nach „Plastic Planet” der
neue Film von Werner Boote

Über den Film:

Population Boom Filmplakat

7 Milliarden Menschen auf der Erde. Schwindende Ressourcen. Giftige Müllberge. Wer von uns ist zuviel?
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Über die Produktion:

Population Boom - Über die Produktion

Nikolaus Geyrhalter Film arbeitet mit RegisseurInnen und AutorInnen, die eine ausgeprägte und innovative Handschrift für das jeweilige Medium besitzen.
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Population Facts - Ressourcen

Fakten zur Ressourcen Nutzung

Wer vor „Überbevölkerung” warnt, meint damit meist die Knappheit natürlicher Ressourcen der Erde und deren Ausbeutung und Nutzung, die mit dem größten Umweltproblem, dem Klimawandel, im Zusammenhang steht.

Population Boom – Ressourcen ErdeTatsache ist aber: Nur etwa ein Viertel der Weltbevölkerung hat genügend Kaufkraft, um vom System des globalen Ressourcenabbaus und vom Ressourcenhandel zu profitieren. 80 Prozent der Weltbevölkerung leben von weniger als zehn Dollar pro Tag. Der Begriff „Überbevölkerung” beschreibt daher oft die Angst der wohlhabenden Gesellschaften, dass die heute armen Menschen in der Zukunft verständlicherweise nach weiterem Wirtschaftswachstum und mehr Konsum verlangen werden. Die Ausweitung des derzeitigen ressourcenintensiven Wirtschaftsmodells Europas und anderer hochentwickelter Länder von heute sieben auf in Zukunft zehn Milliarden Menschen ist mit Hinblick auf die Umwelt weder möglich noch wirtschaftlich und sozial aufrechtzuerhalten. Unser Wachstumsmodell mit hohem Konsumniveau ist durch zunehmende Ungleichheit und einen alarmierend hohen Ressourcenverbrauch einer kleinen Minderheit der Weltbevölkerung gekennzeichnet.

Population Boom - Ressourcen Erdö Die industrielle Entwicklung der vergangenen zweihundert Jahre basierte auf billiger fossiler Energie und billigen Rohstoffen. Der Treibstoff der Globalisierung und des wachsenden Welthandels war „billiges” Öl. In den letzten Jahren sind die Preise für Rohstoffe und Energie bereits gestiegen, hauptsächlich aufgrund der verstärkten Nachfrage von Schwellenländern wie China. Die Preise für Ressourcen sind aber nach wie vor zu niedrig und entsprechen nicht den wahren Kosten, die den Menschen und Gesellschaften weltweit durch ihre Nutzung entstehen: Umweltverschmutzung, Lärmentwicklung und Klimawandel sind nicht
berücksichtigt worden.

Fakten zur Ressourcen Verteilung

Mit einer Ressourcenentnahme von rund 60 Milliarden Tonnen jährlich entnimmt und verwendet der Mensch heute um etwa 50 Prozent mehr Ressourcen als noch vor dreißig Jahren. Fast die Hälfte der globalen Ressourcenentnahme - nicht deren Verbrauch - findet in Asien statt, gefolgt von Nordamerika mit fast 20 Prozent und Europa und Lateinamerika mit jeweils 13 Prozent.

Population Boom - Ressourcen Wohlstandsverteilung Quelle dtj-online.deFür die Nutzung natürlicher Ressourcen und den daraus resultierenden materiellen Wohlstand gibt es derzeit keine gerechte Verteilung unter den auf unserem Planeten lebenden Menschen. Zurzeit nehmen Europa und andere reiche westliche Staaten weit mehr als den ihnen zustehenden Anteil in Anspruch.

Einwohnerinnen und Einwohner reicher Länder konsumieren bis zu zehnmal mehr natürliche Ressourcen als jene der ärmsten Länder. Im Durchschnitt konsumieren die Einwohnerinnen und Einwohner Nordamerikas etwa 90 Kilogramm Ressourcen pro Tag und Kopf. In Europa liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa 45 Kilogramm pro Tag - in Afrika nur bei etwa zehn Kilogramm pro Tag.

Mit fast drei Tonnen pro Kopf und Jahr ist Europa der Kontinent mit den größten Netto-Importen von Ressourcen. Europa profitiert vom Transfer von Ressourcen aus armen Ländern mit geringem Konsum in reiche Länder mit hohem Konsum. Das derzeitige Welthandelssystem unterstützt dieses große Ungleichgewicht in der globalen Verteilung der Ressourcennutzung.

Österreich liegt beim Ressourcenverbrauch pro Kopf mit rund 60 Kilogramm pro Tag über dem EU-Durchschnitt. Nur Irland, Finnland und Dänemark haben einen noch höheren Verbrauch.

Population Boom - Ressourcen Kupferabbau Quelle tdh.deEnergie-, land- und wasserintensive Ressourcenentnahmen schaffen ökologische und soziale Probleme. Wie die Fallstudien zur Ölgewinnung in Nigeria, zum Kupferabbau und dessen Verarbeitung in Peru oder zur Produktion von Palmöl in Indonesien und Malaysia zeigen, sind die Auswirkungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern am stärksten spürbar: die Zerstörung fruchtbaren Landes, Wasserknappheit oder Verschmutzung durch giftige Substanzen sowie Menschenrechtsverletzungen, schlechte Arbeitsbedingungen und geringe Löhne.

Fakten zum Klimawandel

Der Klimawandel ist die Folge unseres öl-, gas- und kohlegetriebenen Wirtschaftswachstums der letzten zweihundert Jahre. In den Entwicklungsländern ist der Klimawandel bereits am deutlichsten zu spüren. Auf der ganzen Welt bekommen vor allem jene Menschen die Folgen des Klimawandels zu spüren, die am wenigsten für das Problem verantwortlich sind und die den geringsten Zugang zu jenen Ressourcen und Technologien haben, die es ihnen ermöglichen würden, sich an die Veränderungen anzupassen und ihre Emissionen zu reduzieren.

Population Boom – Klimawandel Quelle utopia.deWenn wir den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur so weit wie möglich unter zwei Grad halten, um eine zerstörerische Klimaveränderung zu vermeiden oder abzumildern, dann müssen sich die industrialisierten Länder, die eine historische Schuld am Klimawandel tragen, und die Schwellenländer zu einer drastischen Emissionsreduktion durchringen. Studien zeigen, dass eine Reduktion der klimaschädlichen Gase bis 2050 um 95 Prozent notwendig und auch möglich ist. Gleichzeitig stehen die Entwicklungsländer immer noch vor einer Armutskrise, die nicht weniger dramatisch ist als die Klimakrise. Klimamaßnahmen müssen auf dem Recht und dem Bedürfnis dieser Nationen, sich zu entwickeln, aufbauen – wie es den Industrieländern bereits möglich war, jedoch auf eine effiziente und emissionsreduzierte Weise.

Die enorme Herausforderung der Menschheit besteht also nicht in ihrer auf dem Planeten unterschiedlich verteilten Anzahl, sondern darin, Ressourcen gerechter zu nutzen und zwar so, dass Lebensqualität für die heute sieben Milliarden und Mitte des Jahrhunderts bereits neun bis zehn Milliarden Menschen gewährleistet wird, ohne die ökologischen Kapazitäten unseres Planeten zu überschreiten.

Population Boom - Erneuerbare Energien Quelle krone.atDiese Entwicklung setzt eine tief greifende Veränderung unseres Lebensstils und der Organisation unserer Gesellschaft voraus: Es muss eine hocheffiziente und auf erneuerbaren Energien basierende Wirtschaft angestrebt werden. Heute werden weltweit beispielsweise 43 Prozent der CO2-Emissionen durch die Verbrennung von Kohle verursacht! Auch Ernährungsgewohnheiten, Mobilität, Wohnen und Städtebau werden sich sehr wahrscheinlich ändern – weniger Fleischkonsum, weniger Flüge und ganz allgemein ein verringerter Konsum sind Teile dieses Wandels. Es liegt am politischen Willen und uns allen: Die EU und die anderen reichen Länder können ihre CO2-Emissionen reduzieren und ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern, ohne Kompromisse in Bezug auf die Lebensqualität eingehen zu müssen – Glück und Zufriedenheit wären ohnehin bessere Indikatoren für Lebensqualität als das BIP.

„Ohne Maß und Ziel? Über unseren Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Erde”. Report von GLOBAL 2000/SERI
„40 %”. Klimastudie des Stockholm Environment Institute und Friends of the Earth Europe. Englische Originalstudie: www.sei-international.org und www.thebigask.eu, deutsche Zusammenfassung: www.global2000.at/sites/global/files/import/content/klima/40Prozent-Studie-deutsch.pdf_me/40Prozent-Studie-deutsch.pdf
„Klimaschutz nach 2012, Positionspapier des Bundes für Umweltschutz und Naturschutz Deutschland”: www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/klima/20071126_klima_klimaschutz_nach_2012_position.pdf